Praxistipps
09. Dezember 2025  
Bedeutung der Öffnungsrate

E-Mail-Öffnungsrate: Definition, Berechnung & Tipps

Deine Kampagne erzielt eine 40-prozentige Öffnungsrate – klingt gut, oder? Doch was bedeutet das heute wirklich? Seit Apple Mail Privacy Protection (MPP) und weitere Datenschutzfunktionen eingeführt wurden, ist die Öffnungsrate kein verlässlicher Erfolgsindikator mehr, sondern eher ein Stimmungsbarometer. Sie bleibt zudem ein wichtiger Trendmesser, wenn sie richtig interpretiert wird.  

In diesem Beitrag erfährst Du, wie die Öffnungsrate berechnet wird, was sie über den Erfolg Deiner Mailings verrät (und was nicht), wie Du sie sinnvoll nutzt und verbesserst und welche Benchmarks im Branchenvergleich gelten. 

Inhaltsverzeichnis

Öffnungsrate berechnen, messen und bewerten

Erfahre, wie Du die Öffnungsrate berechnest, welche Rolle Tracking-Methoden bei der Messung spielen und ab wann eine Öffnungsrate als „gut“ gilt.

Wie wird die Öffnungsrate berechnet? (mit Beispiel)

Die Öffnungsrate gibt an, wie viele Empfänger·innen eine E-Mail mindestens einmal geöffnet haben. 

Rechenbeispiel zur Öffnungsrate in Newslettern: 

Ein Mailing wurde an 10.000 E-Mail-Adressen versendet. 500 Adressen davon resultieren in einem Hard-Bounce. Insgesamt 2.500 Empfänger·innen haben das Mailing mindestens einmal geöffnet.

2.500 öffnende Empfänger·innen / 10.000 versendete E-Mails – 500 Hard-Bounces * 100 % = 26,3 % Öffnungsrate der E-Mail-Kampagne

Achtung: Eine hohe Öffnungsrate bedeutet nicht, dass Deine Inhalte gelesen werden. Sie zeigt nur, dass Deine Mail Aufmerksamkeit erzeugt und nicht, dass sie wirkt. 

Wie wird die Öffnungsrate gemessen?

Die Öffnungsrate wird über Zählpixel (unsichtbare Bilder) und Tracking-Links ermittelt. Sobald ein Empfänger Bilder lädt, gilt die Mail als geöffnet. Doch:

  • Apple Mail Privacy Protection (MPP) ruft Bilder automatisch ab – auch ohne echte Öffnung.
  • Proxies und Bildblocker verfälschen Messwerte.
  • Rechtlich darf Tracking nur mit Einwilligung (Opt-in) erfolgen.

Einen ausführlichen Beitrag zu den Messinstrumenten findest Du hier. 

Was ist eine gute Öffnungsrate?

Öffnungsraten sind ein Indikator dafür, ob Deine E-Mail-Strategie funktioniert, denn die Kennzahl zeigt, wie viel Prozent des Verteilers Deine E-Mails öffnen. Eine hohe Öffnungsrate deutet auf Neugier der Empfänger·innen hin.

Beeinflusst wird die Öffnungsrate besonders durch die Betreffzeile. Sie entscheidet zusammen mit der Bekanntheit des Absenders und der Relevanz der Inhalte darüber, ob Deine Empfänger·innen Deine E-Mails öffnen.  

Durchschnittliche Öffnungsraten liegen knapp unter 25 Prozent. Mit rund einem Drittel Öffnungen liegst Du gut im Rennen. Branchen mit sehr erfolgreichen Newslettern erreichen auch Öffnungsraten von mehr als 50 Prozent. 

Branchenunterschiede bei der Öffnungsrate

Die Inxmail E-Mail-Marketing-Benchmark zeigt: Öffnungsraten variieren je nach Branche deutlich. Selbst saisonal sind Abweichungen erkennbar. Die größten Unterschiede bei der Öffnungsrate ergeben sich durch die Verteilergröße.

Relevante Mailings an spitze Zielgruppen sind statistisch erfolgreicher als Massenversendungen: Mailings an kleine Verteiler (100 Empfänger·innen) erreichen eine knapp 20 Prozent höhere Öffnungsrate als E-Mails an größere Verteiler (1 Mio. Empfänger·innen). 

E-Mail-Marketing-Benchmark 2025: Öffnungsrate nach Branchen und Zielgruppe
Inxmail E-Mail-Marketing-Benchmark 2025, Öffnungsrate nach Branchen und Zielgruppen

E-Mail-Marketing-Benchmark: Kennzahlen vergleichen und besser werden

Der Inxmail E-Mail-Marketing-Benchmark enthält zahlreiche Tipps für höhere Öffnungsraten. Zudem gibt Dir die Studie einen Überblick, um Deine Performance zu beurteilen und Optimierungsbedarf zu erkennen.

Studie kostenlos herunterladen 

Unique vs. Gesamt – Öffnungsrate richtig unterscheiden

Die Gesamt-Öffnungsrate (total open rate) gibt das prozentuale Verhältnis zwischen der Anzahl aller Öffnungen (inkl. Mehrfachöffnungen) und der Anzahl der zugestellten E-Mails wieder. Die Gesamt-Öffnungsrate kann mehr als 100 Prozent betragen.

Bei der Unique-Öffnungsrate (unique open rate) wird nur die erste Öffnung eines Newsletters gezählt. Alle später erneut durchgeführten Öffnungen werden der Unique-Öffnungsrate nicht hinzugerechnet.  

Tipp: Verwende für Vergleiche die Unique-Öffnungsrate. Die Gesamt-Öffnungsrate gibt dir vor allem die Intensität der Interaktion wieder. 

Öffnungsrate richtig interpretieren

Dafür eignet sich die Öffnungsrate

Die Öffnungsrate ist heute besonders als Stimmungsbarometer oder Trendmesser gefragt, nicht aber als Erfolgskennzahl.  

Sie zeigt, wie viel Aufmerksamkeit Deine Mails durch Betreffzeilen, Absendernamen und Versandzeitpunkte im Posteingang erzielen.

Richtig interpretiert, liefert die Öffnungsrate wertvolle Signale über:

Am meisten Nutzen bringt die Kennzahl, wenn Du regelmäßig saisonale und nach Segmenten getrennte Split-Tests durchführst. Prüfe etwa:

  • Unterschiede zwischen Desktop und Mobile
  • Trends in bestimmten Branchen oder Mailingtypen
  • sowie die Entwicklung bei bestimmten E-Mail-Clients

So erkennst Du frühzeitig, welche Themen oder Formate Resonanz erzeugen und wo Optimierungspotenziale liegen. 

 

Grenzen der Öffnungsrate

Für die harte Erfolgsmessung eignet sich die Öffnungsrate nicht. Sie erfasst nur, dass eine E-Mail technisch geöffnet oder ein Zählpixel geladen wurde. Damit ist sie immer nur ein indirektes Signal für Interesse.  

Ihre Aussagekraft ist heute eingeschränkt, weil:

  • Apple Mail Privacy Protection (MPP) Öffnungen automatisiert auslöst – auch ohne aktives Lesen.
  • Spamfilter, Proxies und deaktivierte Bildanzeige Öffnungen verhindern können, obwohl Empfänger:innen die Mail tatsächlich lesen.
  • Tracking-Einwilligungen (Opt-ins) fehlen oder widerrufen werden können, was Messungen lückenhaft macht.

Aussagekräftiger sind deshalb die Klickrate (CTR), die effektive Klickrate (CTOR), Conversions  und Abmeldungen.  

Technische & inhaltliche Ursachen niedriger Öffnungsraten

Technische Ursachen

  • Fehlerhafte Zustellbarkeit: Wenn SPF, DKIM oder DMARC nicht korrekt konfiguriert sind, landen Deine Mails im Spam oder werden abgewiesen.
  • Fehlende Tracking-Permission: Ohne gültige Einwilligung darf keine Öffnung gemessen werden. Die Mail kann gelesen, aber nicht gezählt werden.
  • Apple Mail Privacy Protection: MPP verfälscht Statistiken durch automatisierte Pixelaufrufe oder unterdrückte Tracking-Signale.
  • Spam-Reputation: Hohe Bounce-Raten und inaktive Kontakte schaden Deinem Absender-Ruf. 

Inhaltliche Ursachen

Kurz gesagt: Eine gute Öffnungsrate beginnt nicht im Reporting, sondern bei der Relevanz Deiner Inhalte. 

MPP verändert die Öffnungsrate nachhaltig

Seit September 2021 verhindert die Funktion „Apple Mail Privacy Protection“ (MPP) das Tracking der Öffnungen. In diesem Beitrag klären wir über die Konsequenzen auf.

Jetzt lesen 

Öffnungsrate verbessern - Tipps zur Optimierung Deiner E-Mail

Vor dem Öffnen einer E-Mail sehen Empfänger·innen im Posteingang oft nur den Absender und die Betreffzeile. Deshalb sind diese beiden Faktoren ausschlaggebend für die Öffnungsrate Deiner Newsletter. 

Wenn Du die Öffnungsrate nachhaltig steigern möchtest, solltest Du folgende Punkte beachten:

  • Verwende eine kurze, interessante und personalisierte Betreffzeile.
  • Verwende einen persönlichen Pre-Header mit relevanten und überzeugenden Details. Wecke so die Neugier oder konkretisiere den Nutzen.
  • Nutze Emojis & Co. als Aufmerksamkeitserreger. Aber nur, wenn es zu Deinem Stil passt.
  • Probiere verschiedene Varianten (Betreffzeilen, Versandzeitpunkte etc.) mit Split-Tests aus.
  • Sprich Empfängergruppen gezielt durch Personalisierung und Segmentierung an.  
  • Richte SPF/DKIM/DMARC korrekt ein und bereinige Deinen Verteiler regelmäßig von inaktiven Kontakten. Sichere so die Zustellbarkeit.
  • Hol die Tracking-Permission (z. B. DOI) aktiv ein.  
  • Berücksichtige die Mail Privacy Protection (MPP) und werte Opens nur als Trend-Signal. Werte MPP und Non-MPP zudem getrennt aus und richte Automationen auf Klicks und Conversions aus. 

Fazit: Öffnungen zeigen Aufmerksamkeit – Klicks bringen Ergebnisse

Die Öffnungsrate bleibt ein wertvolles Signal für die Sichtbarkeit und Relevanz von Inhalten, aber sie ist keine verlässliche Messgröße für Erfolg. Wer E-Mail-Marketing heute datengetrieben steuert, nutzt Öffnungen nur als Trendindikator und fokussiert sich stattdessen auf Klicks und Conversions.

Tipp: Vergleiche Deine Werte mit dem Inxmail E-Mail-Marketing-Benchmark 2025 und erkenne, wo Deine Optimierungspotenziale liegen. 

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