
Am Ende mancher E-Mail steht noch ein kurzer Zusatz: „PS: …“. Viele kennen diese Abkürzung aus Briefen, Newslettern oder persönlichen Nachrichten. Aber was bedeutet PS eigentlich genau? Und ist es heute noch sinnvoll, ein PS in E-Mails zu verwenden?
In diesem Beitrag erfährst du, wann ein PS in E-Mails sinnvoll ist, wie du es richtig verwendest und welche Bedeutung die Abkürzung hat.
PS ist die Abkürzung für das lateinische post scriptum. Übersetzt bedeutet es „nach dem Geschriebenen“. Ursprünglich wurde ein PS verwendet, wenn man nach dem Schreiben eines Briefes noch etwas ergänzen wollte.
In Zeiten handgeschriebener Briefe war das praktisch: Statt den ganzen Brief neu zu schreiben, fügte man am Ende einfach einen Nachtrag hinzu. In digitalen Texten ist das eigentlich nicht mehr nötig, da man den Text jederzeit bearbeiten kann. Trotzdem hat sich das PS bis heute gehalten.
Heute ist ein PS weniger eine Notlösung als ein bewusstes Stilmittel. Es fällt auf, weil es außerhalb des normalen Textflusses steht. Viele Menschen überfliegen E-Mails nur kurz, bleiben aber am Ende noch einmal an einem PS hängen. Das macht ein PS besonders interessant für Hinweise, Erinnerungen oder Handlungsaufforderungen. Es kann einer Nachricht außerdem eine persönlichere, weniger formelle Note geben.
Das PS wirkt wie ein kleiner Nachtrag – direkt, auffällig und leicht verständlich.
Ein PS ist dann sinnvoll, wenn es eine kurze Zusatzinformation enthält, die den Haupttext ergänzt. Es sollte nicht beliebig eingesetzt werden, sondern einen klaren Zweck haben.
Typische Einsatzmöglichkeiten sind:
PS als Erinnerung:
PS: Denk bitte daran, uns bis Freitag eine Rückmeldung zu senden.
PS als zusätzlicher Hinweis:
PS: Die wichtigsten Punkte findest du noch einmal kompakt auf Seite 2.
PS als Bonus oder Vorteil:
PS: Für Teilnehmer gibt es zusätzlich eine Vorlage zum Download.
PS als persönliche Note:
PS: Herzlichen Glückwunsch noch zu deinem Projektabschluss!
PS als Call-to-Action:
PS: Du kannst Inxmail jetzt kostenlos testen

Gerade in Marketing-E-Mails oder Newslettern kann ein PS helfen, eine wichtige Botschaft noch einmal sichtbar zu machen. Es kann zum Beispiel auf ein Angebot, eine Frist, einen Link oder einen Zusatznutzen hinweisen.
Nicht jede E-Mail braucht ein PS. Wenn der Zusatz nur deshalb am Ende steht, weil die E-Mail schlecht strukturiert ist, sollte der Text besser überarbeitet werden.
Ein PS ist nicht geeignet, um wichtige Informationen zu verstecken. Alles, was für das Verständnis der Nachricht entscheidend ist, gehört in den Hauptteil.
Auch in sehr formellen E-Mails, juristischen Schreiben oder besonders sachlicher Geschäftskommunikation kann ein PS unpassend wirken. Dort ist Klarheit meist wichtiger als ein persönlicher Nachtrag.
Auch bei Transaktionsmails wie Bestellbestätigungen, Rechnungen oder Passwort-E-Mails sollte man eher auf ein PS verzichten. Diese Nachrichten sollen schnell und klar informieren. Ein PS kann hier ablenken oder wie ein zusätzlicher Werbeplatz wirken. Wichtige Hinweise gehören deshalb besser direkt in den Hauptteil.
Faustregel: Wenn das PS die E-Mail hilfreicher, persönlicher oder handlungsorientierter macht, kann es sinnvoll sein. Wenn es nur angehängt wirkt, sollte man es weglassen.
Im Deutschen ist die Schreibweise PS ohne Punkte üblich und korrekt. Danach folgt meistens ein Doppelpunkt. Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung:
PS: Vielen Dank für deine Rückmeldung bis Freitag.
Häufig sieht man auch Schreibweisen wie „P.S.“ oder „P. S.“. Diese sind vor allem im englischsprachigen Raum verbreitet.
Wichtig: Das PS steht am Ende der Nachricht – in der Regel nach der Grußformel und der Signatur.
Manchmal sieht man auch „PPS“. Das steht für ein zweites Postskriptum, also einen weiteren Nachtrag nach dem ersten PS.
In der Praxis sollte man damit sparsam sein. Ein PPS kann in privaten Nachrichten charmant sein, in professionellen E-Mails wirkt es aber schnell unübersichtlich oder unstrukturiert. Wer mehrere Nachträge braucht, sollte die E-Mail lieber noch einmal überarbeiten.

Ein PS ist kein Relikt aus alten Briefzeiten, sondern kann auch in modernen E-Mails sinnvoll sein. Richtig eingesetzt, macht es Hinweise sichtbarer und verleiht einer Nachricht eine persönliche Note.
Die wichtigste Regel lautet: Ein PS sollte ergänzen, nicht ersetzen. Wenn der Nachtrag wirklich hilfreich ist, kann er die Wirkung einer E-Mail sogar deutlich verbessern.
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