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Newsletter texten lernen mit Weihnachtsliedern

  • 12.12.2013 von Stefan Gottschling (Gastautor)
  • Rubrik: Tipps und Tricks

Weihnachtslieder hat man gerade jetzt immer im Kopf. Und genau da sollen auch gute Werbetexte hin. Nur wie schafft man es, den Leser mit Sprache zu fesseln und zur Bestellung zu führen? Hier helfen die Weihnachtslieder – oder besser: ihre Anfangszeilen. So entsteht ganz einfach ein kleiner Leitfaden und die Weihnachtslieder bieten einen Zusatznutzen: Denn wer unterm Baum singt, memoriert dabei gleich noch eine Texterregel … Viel Spaß beim Lesen!

Was soll das bedeuten … Struktur

Aus einem schwachen Inhalt kann auch der beste Texter keinen starken Brief entwickeln. Denn Texte brauchen starke Inhalte, eine klare Struktur und einen roten Faden. Wer sofort lossprudelt, alles auf einmal sagen will, der hat schon verloren. Außerdem gilt: Hüten Sie sich vor zu komplizierten Sätzen! Bleiben Sie zwischen 14 und 20 Wörtern. Maximal. Noch kürzer im E-Mailing. Satzmonster mit vielen Kommas gehören nicht in Werbetexte. Spätestens nach dem dritten Komma fragt der Leser: „Was soll das bedeuten?“ Der Text signalisiert jetzt: „Ich bin schwierig auszuwerten.“ Und wenn’s schwierig wird, sagt jedes Medium gleichzeitig: „Lies mich nicht.“ Und Schluss. Das heißt: wegklicken oder wegwerfen.

Oh du fröhliche … Schreiben Sie positiv!

Eine der ältesten Regeln für gelungene Werbetexte. Aussagen wie „Denken Sie nicht an rote Christbaumkugeln!“ und „schon gar nicht an Lebkuchen!“ führen unser Gehirn auf eine falsche Spur. Denn unser Bildspeicher kennt kein „Nein“. Deshalb haben Sie eben Christbaumkugeln und Lebkuchen gesehen. Deshalb zeigt unser Kopfkino zur Formulierung „kein Problem“ ein Problem. Die Regel: Schreiben Sie einfach statt kein Problem und sicher statt keine Gefahr. Positiv formuliert wird aus Bitte den Rasen nicht betreten! ein Bleiben Sie auf den Wegen!

Lasst uns froh und munter sein … Aufhellen und emotionale Aufladung

Nun gibt es auch „Fröhlichkeits-Floskeln“. Einfach, gerne, ja, gut streut ein Texter oft in der Endkorrektur über seinen Text wie Puderzucker über Weihnachtsgebäck. „Aufhellen“ nennt er das und arbeitet dabei nur an der Stimmung seines Textes, nicht mehr an der Sachinformation.

Doch nicht immer geht’s nur um Stimmung. Manchmal geht es auch um die alles entscheidende Aufladung eines Textes. Ein Beispiel: Machen Sie Urlaub im Rheingau! – 1 positives Wort. Genießen Sie wunderbare Urlaubstage im herrlichen Rheingau! nutzt 3 positive Wörter – und wirkt dreimal so froh.

Ihr Kinderlein kommet … Die Aufforderung zur Reaktion

Eines der wichtigsten Geheimnisse erfolgreicher Verkaufstexte: die Aufforderung zur Handlung. Wenn Sie wollen, dass jemand kommt, müssen Sie sagen: „Komm!“ Wenn Sie wollen, dass jemand kauft, müssen Sie sagen: „Kauf!“ Daran ist nicht zu rütteln! Wer seinem Leser also nicht sagt, was er von ihm erwartet, hat oft umsonst geschrieben. Denn ohne ein klares Wort werden sich kaum genügend Kinderlein im Shop einfinden oder zur Bestellung klicken, mailen oder faxen.

Macht hoch die Tür … Den richtigen Ton treffen

Natürlich ist besonders wichtig, wie wir etwas formulieren. Sagen wir „Macht hoch die Tür“, „Komm!“ oder „Einfach gleich vorbeikommen. Wir freuen uns auf Sie!“? Hinter der Frage, wie sage ich etwas, versteckt sich das Fachwort Tonalität. Und nun denken Sie mit „Ihr Kinderlein kommet“ doch einmal an die vielen Möglichkeiten, Kinder zum Vorbeikommen zu bewegen: in Jugendsprache, im Befehlston, ganz emotional oder ganz, ganz sachlich.

Stille Nacht … Die gängigen „Verstärkungswörter“

Eine unbedingt total ruhige absolut stille Nacht[nbsp] … Wer so schreibt, produziert Lärm. Hier „scheppert“ die Stille in der Zusammenballung gängiger Verstärkungswörter. Sie wirken flach und abgegriffen, reiht man sie einfach aneinander, um einem Text Nachdruck zu verleihen. Setzen Sie deshalb Verstärkungswörter wie ganz, sehr, durchaus, unbedingt, absolut, völlig, voll und ganz, total sparsam ein. Einfach ist oft stärker als ganz einfach und die stille Nacht schweigt für sich selbst.

Schneeflöckchen, weiß Röckchen … Wortbilder

Noch mehr Kraft erhält Ihre Sprache durch starke Bilder. Federleicht steht für „sehr leicht“, die Kluft zwischen steinreichen und bettelarmen Menschen wächst. Solch vergleichende Wortverbindungen packen große Bilder in kleine Eigenschaftswörter. Doch nicht nur Adjektive werden stärker durch kräftige Bilder. Auch mit zusammengesetzten Substantiven kann man – kommen die richtigen Teufelskerle zusammen – eine Mordsgaudi haben, die in eine Himmelangst umschlagen kann.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum … Wortwiederholung

Stilmittel über Stilmittel gibt es, um Ihren Aussagen Nachdruck zu verleihen. Besonders schön: die Wortwiederholung. Man denkt und denkt, bis der Groschen fällt, und dabei nutzte schon in den Sechzigern eine der populärsten Headlines diese einfache Wiederholung: Er läuft und läuft und läuft

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage, ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Über den Autor

Stefan Gottschling (Gastautor)

Stefan Gottschling leitet den Texterclub und den SGV Verlag, ist Fachautor, Dialogmarketer und Texter aus Leidenschaft. Er war Texter und Kreativchef eines großen Fachverlags, Geschäftsführer einer Multimedia-Agentur (Deutscher PR-Preis), einer der Gründer und Geschäftsführer der Textakademie GmbH. Heute ist er als Vorstand des Bundesverbandes professioneller Werbetexter Deutschland e.V. (BPWD) und des Instituts für messbare Werbung & Verkauf (IMW) aktiv. Gottschling gilt als Spezialist für verkaufsstarke Texte. Seine Bücher, der kostenlose Textertipp und seine Texterseminare gehören zu den Standards in der Texter-Ausbildung.

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