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Gmail: Keine Bildunterdrückung mehr und neuer Bildspeicher

  • 19.12.2013 von Michael Uhrich
  • Rubrik: Fachwissen

In diesem Blog-Beitrag geht es um das aktuell heiß diskutierte Thema von Googles geänderter Bildausgabe in E-Mails. Außerdem finden Sie am Ende des Beitrages eine Zusammenstellung mit weiteren Artikeln zu diesem Thema.
Was hat sich geändert? Gmail lädt Bilder nach dem ersten Öffnen des Mailings auf seinen eigenen Server und zeigt diese dann dem Empfänger direkt – also ohne Bildunterdrückung – im Newsletter an.
Bisher nutze Google die standardmäßige Bildblockade, wie es aktuell auch die meisten anderen E-Mail-Provider tun. Enthält eine Werbe-E-Mail Bilder, wird der Empfänger gefragt, ob diese aus dem Internet heruntergeladen werden sollen. Bestätigt er dies, werden die Bilddaten vom Absender abgerufen und im E-Mail-Client angezeigt. Ist eines der geöffneten Bilder getrackt, wird gleichzeitig die Öffnung des Mailings erfasst.

Warum geht Google hierbei einen neuen Weg?

Google rechtfertigt die Änderung damit, dass Gmail-Kunden von mehr Sicherheit profitieren und die E-Mails durch die Zwischenspeicherung schneller abgerufen werden. Da die Bilder hierbei über Google-eigene Proxyserver laufen, werden sie direkt auf Viren und Malware untersucht und ggf. automatisch aussortiert.

Wie funktioniert es?

Um das ganze zu testen, haben wir zwei Mailings erstellt, eins mit einem anonym und eins mit einem persönlich gerackten Bild, und an eine Testgruppe von Gmail-Empfängern geschickt. Das genaue Vorgehen wird nachfolgend beschrieben.

Anonymes Tracking
Das erste HTML-Mailing besteht aus einem kurzen Text und einem Bild, das anonym getrackt wird („count“). Das Bild enthält also keine eindeutige oder persönlich zuordenbare Bild-URL.
Sobald das Mailing verschickt wird und den ersten Gmail-Account erreicht, öffnet es Google vor Auslieferung an den Empfänger. Dies geschieht im Hintergrund. Der Empfänger bekommt davon nichts mit. Google liest dabei die ursprüngliche Bild-URL aus, folgt dieser und speichert das Bild auf seinem eigenen Proxyserver. Danach wird die neue Google-Bild-URL im Newsletter verlinkt und das Mailing dem Empfänger zugestellt. Allen weiteren Empfängern wird das Mailing direkt mit der auf dem Google-Server abgelegten Grafik zugesandt.

Hinweis: Erfassen Sie die Bildaufrufe mit anonymen Tracking, gehen Ihnen Informationen über die Gmail-Empfänger verloren. Es wird lediglich die erste Öffnung durch Gmail registriert, alle weiteren Aufrufe (Mehrfachöffnungen) werden nicht erfasst. Weitere Tracking-Daten wie beispielsweise das Herkunftsland oder den Mail-Client lassen sich somit nicht feststellen.

Persönliches Tracking
Im zweiten Fall handelt es sich um das gleiche Mailing wie im Beispiel zuvor. Lediglich der Bildaufruf wird jetzt persönlich getrackt („unique-count“). Es handelt sich um ein eindeutiges Bild, das eine persönlich zuordenbare Bild-URL enthält. Dadurch ändert sich die Bild-URL pro Empfänger und Google interpretiert jedes Bild als ein eigenes. Somit wird jedes einzelne Bild auf dem Google-Server gespeichert und jede einzelne Öffnung getrackt.

Grafikänderungen & dynamische Inhalte

E-Mail-Marketer konnten bisher recht einfach eine falsche Grafik im Mailing korrigieren: Die alte Grafik wurde durch eine neue auf dem Web-Server ersetzt. Sobald der Leser das Bild im Newsletter neu geladen hatte, wurde ihm die neue Grafik angezeigt. Dies wird bei Gmail-Kunden nicht mehr möglich sein, da die falsche Grafik auf dem Google-Server gespeichert und nicht mehr veränderbar ist. Dies wird ebenfalls Schwierigkeiten bei der Arbeit mit dynamischen Inhalten darstellen.

Wann verfügbar?

Gmail-Nutzer, die per Weboberfläche ihre E-Mails verwalten, werden bei durchgeführter Aktivierung des neuen Features durch folgende Meldung darauf hingewiesen:

Falls Sie wie gewohnt mit aktiver Bildunterdrückung arbeiten wollen, müssen Sie das neue Feature manuell deaktivieren. Dies geschieht über die Gmail-Einstellungen.
Gmail-Apps für Android und iOS werden Anfang 2014 mit dem neuen Feature ausgestattet.

Fazit

Google geht einen völlig neuen Weg, da Newsletter im Posteingang der Empfänger nicht nur ausgewertet, sondern auch tatsächlich verändert werden.
Zum einen profitieren Marketer von der Neuerung, da die Responseraten durch die sofort angezeigten Bilder wahrscheinlich ansteigen werden. Zum anderen kommt es aber auch zu Problemen bei der Messung der Öffnungsrate, wenn anonymes Tracking verwendet wird.
Technisch würde sich das Ganze umgehen lassen, indem die Newsletter-Inhalte soweit personalisiert und individualisiert werden, dass es für Google keinen Sinn macht, diese Inhalte zu cachen.

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Über den Autor

Michael Uhrich

Michael Uhrich ist Trainer und Consultant im Inxmail Academy Team. Zu seinen Hauptaufgaben gehören, neben der Planung und Durchführung von Anwendertrainings und Workshops, die Konzeption und Erstellung von Smart Guides und Video Guides rund um Inxmail Professional und das Thema E-Mail-Marketing. Bei seiner Arbeit ist Michael Uhrich besonders wichtig, das E-Mail-Marketing Know-how so aufzubereiten, dass es den Lernenden Spaß macht.

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