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Blacklists im E-Mail-Marketing professionell einsetzen

  • 09.07.2013 von Michael Uhrich
  • Rubrik: Fachwissen

Für Postsendungen gibt es die sogenannte „Robinsonliste“, in die sich Empfänger eintragen können, um keine Werbung per Postsendung zu erhalten. Sie wird vom Deutschen Direktmarketing Verband (DVV) verwaltet. Im E-Mail-Marketing gibt es in Deutschland eine solche zentrale Liste nicht. E-Mail Versender müssen sich deshalb selbst eine solche Sperrliste anlegen. In ihr werden alle bekannten E-Mail Adressen, deren Benutzer sich über den Empfang von Mailings beschwert haben, hinterlegt.

Die meisten E-Mail-Marketing-Systeme verfügen über eine solche Sperrlisten-Funktion. Meist verbirgt sich diese hinter den Begriffen „Blacklist“, „Sperrliste“ oder „Schwarze Liste“. Wie Blacklists funktionieren und wie Sie diese nutzen können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Empfänger mit Blacklists bewusst ausschließen

Steht die E-Mail Adresse eines Empfängers auf der schwarzen Liste ist sichergestellt, dass dieser auf keinen Fall weitere Mailings vom Versender erhält. Bis auf die E-Mail Adresse werden alle Daten des Benutzers, aus dem System gelöscht. Auch eine erneute Anmeldung am Verteiler, mit der in der Blacklist aufgeführten E-Mail Adresse, ist nicht möglich. Somit wird eine missbräuchliche Anmeldung durch Dritte verhindert. Findet ein erneuter Anmeldeversuch statt, erscheint meist eine Fehlermeldung mit der Aufforderung, sich mit dem Listeneigner in Verbindung zu setzen. Dieser kann anschließend entscheiden, den Empfänger von der Blacklist zu entfernen, um ihm somit eine erneute Anmeldung zu ermöglichen.

Durch den Einsatz einer Sperrliste soll folgendes, in letzter Zeit manchmal zu beobachtendes, Szenario vermieden werden: Der Versender trägt den Empfänger (manuell) aus der Verteiler-Liste aus, da dieser sich beschwert hatte. Beim nächsten Empfängerimport wird der Empfänger wieder importiert und damit an den Verteiler angemeldet. Beim nächsten Versand wird der Empfänger daraufhin erneut angeschrieben. Dieser leitet daraufhin eventuell rechtliche Schritte gegen den Versender ein. Eine anwaltliche Abmahnung ist eine der möglichen Folgen.

Rechtliche Aspekte von Blacklists

Der Empfänger einer unverlangt zugesandten Werbe-E-Mail kann vom Absender laut BGB Unterlassung verlangen. Privatleute berufen sich dabei auf ihr Persönlichkeitsrecht, das durch die Zusendung unverlangter Werbe-E-Mails beeinträchtigt wird, Unternehmen auf den widerrechtlichen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb.

Parallel dazu greift das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): Es liegt eine unlautere Wettbewerbshandlung vor. Diese kann im gewerblichen Bereich von einer aktivlegitimierten Person (z.B. Anwalt) abgemahnt werden. Im privaten Bereich erfolgt die Abmahnung häufig über die Anwälte von Verbraucherzentralen.

Eine Abmahnung wegen unerlaubter E-Mail Werbung kann teuer werden. Der Versender muss unter anderem die Anwaltskosten des Abmahnenden erstatten.

Konkurrenz mit Blacklists ausschließen

Ferner werden Sperrlisten eingesetzt, um die Konkurrenz vom Newsletter-Empfang auszuschließen. Neben einer bestimmten E-Mail Adresse können auch komplette Domains per Sperrliste blockiert werden (z.B. *@firma.de). Allerdings bemerken die Empfänger dies relativ schnell und melden sich dann meist mit einer anderen, nicht gesperrten, E-Mail Adresse am Mailing-Verteiler an. Die Wirksamkeit beim Ausschluss von Konkurrenten ist daher begrenzt.

Fazit

Nutzen Sie die interne Sperrlistenfunktion Ihres E-Mail-Marketing-Systems. Sie stellt sicher, dass Empfänger nicht erneut ungewollt angeschrieben werden. Außerdem ersparen Sie sich mögliche unangenehme rechtliche Konsequenzen.

Die Zusendung von unerwünschten Werbe-E-Mails ist kein Kavaliersdelikt!

Achten Sie deshalb vor dem Versand eines Mailings darauf, dass Sie eine aktive elektronische Einwilligung (z.B. per Opt-In Checkbox) des Empfängers erhalten haben. Dazu empfehlen wir die Verwendung des Double-Opt-In(DOI)-Anmeldeverfahrens. Archivieren Sie jede DOI-E-Mail. Diese muss ebenfalls den Einwilligungstext enthalten. So können Sie im Zweifelsfall den Beleg der Anmeldung und die wirksame Abgabe der Einwilligungserklärung durch den Empfänger erbringen. In der Praxis können Sie das ganz einfach umsetzen: Richten Sie ein neues E-Mail-Postfach ein und schicken Sie die automatisch versendeten DOI-E-Mails an das Postfach, indem Sie dessen E-Mail-Adresse in das BCC-Feld der DOI-E-Mail eintragen.

Über den Autor

Michael Uhrich

Michael Uhrich ist Trainer und Consultant im Inxmail Academy Team. Zu seinen Hauptaufgaben gehören, neben der Planung und Durchführung von Anwendertrainings und Workshops, die Konzeption und Erstellung von Smart Guides und Video Guides rund um Inxmail Professional und das Thema E-Mail-Marketing. Bei seiner Arbeit ist Michael Uhrich besonders wichtig, das E-Mail-Marketing Know-how so aufzubereiten, dass es den Lernenden Spaß macht.

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