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Barrierefreie Newsletter

  • 09.09.2013 von Michael Uhrich
  • Rubrik: Fachwissen

Barrierefreie Newsletter können von allen Empfängern, unabhängig von körperlichen oder technischen Einschränkungen genutzt werden. Sie stellen sicher, dass die enthaltenen Informationen für alle Leser zugänglich sind.

Der Begriff der Barrierefreiheit kommt ursprünglich aus dem Bauwesen. Er bezeichnet Gebäude, die ohne Hindernisse wie z.B. Treppenstufen für Personen mit körperlichen Behinderungen zugänglich sind.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihren Newsletter barrierefrei gestalten.

Was sind barrierefreie Newsletter?

Drei Zugangsbedingungen formen den Begriff der Barrierefreiheit:

1. Körperliche Barrierefreiheit

Menschen mit Behinderung, wie beispielweise einer Sehschwäche oder anderen körperlichen Einschränkungen, nutzen überdurchschnittlich viel das Internet. Für sie müssen Newsletter-Inhalte so aufbereitet werden, dass diese durch unterstützende Technologien erfasst und ausgegeben werden können.

Sehschwache Menschen nutzen dafür Lesegeräte, sogenannte Screenreader. Nachdem das Gerät die Newsletter-Inhalte eingelesen hat, erfolgt die Ausgabe per Sprache oder über eine Braillezeile, einem Ausgabegerät für Blindenschrift.

2. Technische Barrierefreiheit

Legen Sie dem Nutzer aus technischer Sicht keine Barrieren in den Weg. Ihm darf nicht auferlegt werden, dass er die gleichen Hard- und Softwarekonfiguration wie die des Autors haben muss, um auf Inhalte zugreifen zu können.

Gestalten Sie das Mailing plattformunabhängig – eine korrekte Darstellung des Newsletters auf jedem gängigen Endgerät ist Pflicht.

3. Inhaltliche Barrierefreiheit

Präsentieren Sie die Inhalte des Mailings übersichtlich und in einer leicht verständlichen Sprache. Stellen Sie keine zu hohen Anforderungen an die Leser. Unabhängig von Bildung bzw. Ausbildung sollte der Mailing-Inhalt für die jeweilige Zielgruppe zugänglich sein.

Barrierefreie Newsletter erstellen

Damit ein Newsletter „barrierefrei“ ist, müssen Sie bei der Gestaltung und beim Einpflegen der Inhalte alle drei der eben genannten Aspekte berücksichtigen.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte, die einen barrierefreien Newsletter charakterisieren:

Webstandards

Erstellen Sie den Newsletter nach den aktuellen Webstandards: Die inhaltliche Struktur des Newsletters wird per Quellcode definiert. Den Standard bildet hier die Hypertext Markup Language (HTML). Sie wird ebenfalls zur Erstellung von Webseiten eingesetzt.

Die Layoutinformationen werden per Cascading Style Sheets (CSS) definiert. Hier sind Informationen zu Schriften, Farben und Positionen hinterlegt. Anstelle einer zentralen CSS-Datei, wie bei Webseiten üblich, muss im HTML-Newsletter mit Inline-CSS gearbeitet werden.

Newsletter, die nach den aktuellen Webstandards erstellt wurden, weisen eine barrierearme Struktur auf. Dies ist nötig, wenn sehschwache Empfänger ein Lesegerät einsetzen. Informationen zum Thema Webstandards finden Sie auf der Webseite des W3-Konsortiums.

Die meisten Clients können heutzutage standardkonformes HTML und CSS korrekt interpretieren. Denken Sie jedoch nicht, dass alles was im Web funktioniert, auch im Newsletter funktionieren muss. Dies kann selbst dann der Fall sein, wenn es den webkonformen Standards entspricht. Wir empfehlen Ihnen daher immer einen Darstellungstest durchzuführen bevor Sie den Newsletter versenden. Mehr dazu im Abschnitt „Darstellung“.

Struktur

Neben dem Quellcode muss außerdem der Inhaltstext klar strukturiert sein, damit der Newsletter per Screenreader erfasst werden kann. Natürlich profitieren auch Benutzer, die nicht auf Lesegeräte oder ähnliches angewiesen sind, davon.

Der Einsatz eines Inhaltsverzeichnisses ist ebenfalls von Vorteil. Dadurch schaffen Sie Orientierung: Empfänger sehen auf einen Blick, welches Thema sie besonders interessiert. Sie können sofort zum gewünschten Mailing-Inhalt springen.

Hinterlegen Sie Bilder mit einem Alternativtext: Lässt sich der Empfänger das Mailing vorlesen, wird der hier definierte Text ausgegeben. Bilder mit Alternativtext zu versehen ist ebenfalls eine Anforderung bei der Erstellung von standardkonformen Webseiten.

Kontraste & Schrift

Folgende Punkte müssen Sie beachten, damit Ihr Text korrekt von Screenreadern erfasst werden kann:

  • Text in Schriftform hinterlegen. Text als Grafik wird ignoriert.
  • Hervorhebung per Textformatierung setzen (fett, kursiv, etc.). Farbliche Hervorhebungen werden von Screenreadern ignoriert.
  • Überschriften per HTML-Elemente einfügen (H1-H6). SPAN-Elemente werden nicht erkannt.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass sich die Schrift deutlich vom Hintergrund abhebt. Dies lässt sich mit ausreichend starkem Kontrast erreichen, beispielsweise durch dunkelgrauen Text auf weißem Hintergrund.

Meiden Sie Komplementärfarben: Menschen mit Farbfehlsichtigkeit können diese nicht unterscheiden.

Freie leere Flächen sollten bewusst zur Abgrenzung von Elementen genutzt werden. So wird der Newsletter übersichtlicher.

Darstellung

Newsletter müssen plattformunabhängig sein. Ob Smartphone oder Desktop – sorgen Sie auf jedem Medium für eine perfekte Darstellung des Mailings. Die meisten E-Mail-Marketing Systeme bieten dafür einen Darstellungstest an.

Sprache

Verfassen Sie das Mailing in einer einfachen und leichtverständlichen Sprache. Schachtelsätze und Fremdwörter machen den Zugang für kognitiv eingeschränkte Benutzer schwer. Sollten sie dennoch mit Fremdwörtern arbeiten, erklären Sie diese.

Das ausführliche Dokument Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 können Sie sich auf der Webseite des W3-Konsortiums downloaden.

Über den Autor

Michael Uhrich

Michael Uhrich ist Trainer und Consultant im Inxmail Academy Team. Zu seinen Hauptaufgaben gehören, neben der Planung und Durchführung von Anwendertrainings und Workshops, die Konzeption und Erstellung von Smart Guides und Video Guides rund um Inxmail Professional und das Thema E-Mail-Marketing. Bei seiner Arbeit ist Michael Uhrich besonders wichtig, das E-Mail-Marketing Know-how so aufzubereiten, dass es den Lernenden Spaß macht.

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