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Animierte GIFs für eine höhere Klickrate im Newsletter

  • 07.11.2013 von Roman Schiffelholz
  • Rubrik: Tipps und Tricks

Mit dem Grafikformat GIF lassen sich mehrere Einzelbilder in einer Datei speichern und anschließend als animiertes GIF abspielen. Da animierte GIFs von nahezu allen E-Mail-Programmen unterstützt werden, sind sie bestens für den Einsatz in Newslettern geeignet. In sonst statischen Mailings fallen diese animierten Bilder besonders auf. Eine Call-to-Action in Form eines animierten GIFs lenkt daher deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich als ein regulärer Text-Link oder eine einfache grafische Schaltfläche. In der Praxis macht sich dies durch signifikant höhere Klickraten und letztendlich auch im Umsatz bemerkbar.[nbsp]Der folgende Beitrag liefert Ideen für den Einsatz von animierten GIFs im E-Mail-Marketing. Außerdem gehen wir auf die Darstellbarkeit solcher Bilder in den verschiedenen E-Mail-Clients ein und geben Tipps wie animierte GIFs für den eigenen Newsletter erstellt werden können.

Geschichte und Definition von animierten GIFs

GIF steht für Graphics Interchange Format und ist ein Grafikformat welches bereits 1987 entwickelt wurde. Durch seine effiziente und verlustfreie Kompression benötigen Bilddateien im GIF-Format weniger Speicherplatz als andere Grafikformate aus dieser Zeit. Somit konnten bereits damals, selbst mit langsamem Modem, Bilder in akzeptabler Zeit über das Internet übertragen werden. Das ursprüngliche GIF-Format hatte eine niedrige Farbtiefe und unterstützte lediglich 256 verschiedene Farben pro Bild. Da die gängigen Bildschirme Ende der 80iger ohnehin nicht mehr Farben darstellen konnten war dies kein Nachteil.

Modernere Bildformate, wie JPG oder PNG, liefern bessere Kompressionen und unterstützen eine höhere Farbtiefe. Trotzdem wurde das GIF-Format nie verdrängt. Dies liegt zum einen daran, dass eine der 256 Farben transparent definiert werden kann. Zum anderen daran, dass eine GIF-Datei aus mehreren Einzelbildern bestehen darf. Die Einzelbilder werden nacheinander als Animation dargestellt. Die Einzelbildabfolge kann ein beziehungsweise einige Male ablaufen oder als Endlosanimation definiert werden. In den 90er Jahren wurde das Aussehen vieler Webseiten durch animierte GIFs geprägt. Zwischenzeitlich wurden diese Bilder durch modernere Techniken wie Adobe Flash abgelöst. Seit einigen Jahren entstehen vor allem im Tumblr-Netzwerk ganze Bild-Blogs, die sich ausschließlich der Verbreitung animierter GIFs widmen. GIFs sind derzeit so beliebt, dass das Wort GIF von der Oxford University Press sogar zum Wort des Jahres 2012 gekürt wurde.

Animierte GIFs und ihr Einsatz im E-Mail-Marketing

Anhand einiger Praxisbeispiele möchte ich die Einsatzmöglichkeiten animierter GIFs im E-Mail-Marketing erläutern.

Aufmerksamkeit generieren

Animationen sind Eye-Catcher und lenken die Aufmerksamkeit gezielt auf beworbene Produkte oder eine Call-to-Action. Besonders gut gefallen hat mir ein Newsletter von babywalz zum diesjährigen Valentinstag. Denn darin sorgen zwei verschiedene GIF-Animationen für den Erfolg des Mailings. Die erste Animation greift den Betreff „Kommt ein Vogel geflogen – Ihre Überraschung zum Valentinstag“ auf: Ein Vogel mit Herz-Luftballons und Liebespost im Schnabel fliegt von der linken oberen Ecke des Newsletters diagonal nach rechts unten und lenkt damit ganz gezielt den Blickverlauf der Leser auf die Schaltfläche mit der Call-to-Action. Diese Animation wird nur einmal abgespielt und sorgt dafür, dass die Leser beim Öffnen der Mail „abgeholt“ werden und weiter zur Call-to-Action scrollen. Die angesprochene Schaltfläche, mit der Bezeichnung „zu Ihrer Überraschung“, ist ebenfalls animiert und fordert den Leser, durch einen Farbwechsel, zum Klicken auf.

Ein weiteres schönes Beispiel kommt von Wolford. Der Newsletter wirbt für den bald endenden Schlussverkauf und sorgt mit einem großflächigen animierten Bild für maximale Aufmerksamkeit beim Leser. Bei dem animierten GIF handelt es sich um eine Typographie, deren Hintergrundfarbe sich unübersehbar abwechselnd von weiß auf rot ändert. Die starken Kontraste ziehen die Blicke automatisch auf sich. Zusätzlich werden im Wechsel, die Texte „20% extra Rabatt“ und „Countdown“ sowie „Nur noch wenige Stunden!“ und „Bis zu -50%. Jetzt kaufen“ angezeigt, um den Leser auf ein zeitlich begrenztes Angebot hinzuweisen. Weil die Texte innerhalb der Einzelbilder dieselben Schriften verwenden und an den gleichen Stellen positioniert werden, wirkt die Animation trotz Farb- und Textwechsel ruhig.

Produkte in Szene setzen

Mit GIF-Animationen kann außerdem zusätzlicher Platz zur Vermarktung von Produkten im Newsletter gewonnen werden. In einem weiteren Mailing von babywalz wird dies gekonnt genutzt. Es werden sechs verschiedene Produkte abwechselnd in Einzelbildern innerhalb einer animierten GIF wieder gegeben. Zum einen sorgt dies für die richtige Aufmerksamkeit, zum anderen wird Platz im Newsletter gespart. Denn die sechs Produkte benötigen nur so viel Platz wie ein Produkt, wodurch unnötiges scrollen verhindert wird.
Mit animierten GIFs können ebenfalls 360° Ansichten von Produkten realisiert werden. So können sich die Newsletter-Leser und potentiellen Käufer einen besseren Eindruck der Produkte verschaffen. Bei erklärungsintensiven Produkten, können die Empfänger mittels mehrschrittigen Bilderserien in Form von animierten GIFs, an die Vorteile herangeführt werden.

Video-Newsletter

Videos im Newsletter werden aus Marketing-Sicht verständlicherweise immer wieder gefordert. Aus technischer Sicht sind Video-Newsletter aber leider nicht ganz einfach. Aufgrund ihrer Größe können Videos nicht direkt in das Mailing eingebettet werden. Und auch verlinkte Videos werden von kaum einem E-Mail-Client abgespielt, da die Video-Codecs generell kaum unterstützt werden. Lediglich Apples Mail Client unter iOS und OSX spielt Videos ab, die mit dem HTML5-Tag [lt]video[gt] eingebunden wurden. Eine allgemeingültige Lösung ist dies jedoch nicht. Daher wurde in der Vergangenheit stets empfohlen lediglich einen Screenshot des Videos mit überlagertem Play-Button in den Newsletter zu integrieren – quasi ein Fake-Player. Deutlich schicker ist es, wenn statt einem Standbild ein animiertes GIF das Video im Newsletter andeutet. Dies kann entweder eine kurze, nur wenige Sekunden lange Szene sein, die sich als Endlosschleife wiederholt oder alternativ zeigt die GIF-Animation hintereinander einige Standbilder aus dem Video.

Darstellbarkeit von animierten GIFs

Bereits aus der Einleitung konnten Sie die gute Nachricht entnehmen: Animierte GIFs werden von nahezu allen gängigen E-Mail-Clients unterstützt. Sowohl auf Desktop-Clients, Webmailern als auch auf Mobilen Clients werden die Animationen in der Regel problemlos wiedergegeben. Dies liegt daran, dass das GIF-Format seit seiner Einführung im Jahr 1987 ein Grafikstandard ist und auch ohne Erweiterungen oder spezielle Plugins funktioniert.

In unseren Tests stellten sich nur Microsofts Outlook ab Version 2007 und Windows Mobile quer und zeigten lediglich das erste Einzelbild an, anstatt die GIF-Animation abzuspielen.

Erstellung von animierten GIFs

Animierte GIFs können mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen wie beispielsweise Photoshop erstellt werden. Auf eine detaillierte Anleitung verzichte ich an dieser Stelle, da diese je nach Betriebssystem, Grafikprogramm und Version abweichen würde.

Einfacher geht die Erstellung animierter GIFs mit verschiedenen Online-Diensten. Am besten gefallen hat mir imgflip Animated GIF Generator. Damit lassen sich sowohl offline gespeicherte Videos als auch Youtube-Filme zu GIFs konvertieren. Aber auch aus mehreren Einzelbildern lässt sich eine GIF-Animation erstellen, wobei Parameter wie Geschwindigkeit oder Ausgabegröße frei konfiguriert werden können.

Praxistipps

Beachten Sie die folgenden Aspekte beim Einsatz von animierten GIFs in Ihren Newslettern:

  • Achten Sie auf die Größe Ihrer animierten Bilder. Sie ist abhängig von der Auflösung, der Anzahl der Farben, der Länge und der Anzahl an Bildern pro Sekunde. Besonders auf mobilen Geräten kann es bei langsamen Datenverbindungen zu Verzögerungen der Darstellung kommen, wenn die GIF-Datei zu groß ist. Der durchschnittliche Newsletter-Leser ist nicht besonders geduldig. Dauert der Ladevorgang zu lange wird der Newsletter ungelesen gelöscht.
  • Betten Sie animierte Bilder nicht in Ihren Newsletter ein, sondern verlinken Sie die Animationen. Somit verhindern Sie unnötig große Daten beim Newsletter-Versand und im Posteingang Ihrer Empfänger.
  • Das erste Einzelbild einer GIF-Animation muss alle wichtigen Informationen transportieren. So stellen Sie sicher, dass das GIF als Standbild auch unter Outlook 2007 funktioniert.
  • Setzen Sie Animationen behutsam ein. Die animierten GIFs sollen die Kernaussage des Newsletters unterstützen und dürfen nicht von anderen wichtigen Inhalten ablenken.
  • Animierte GIFs werden, wie alle anderen Bilder, im Newsletter erst angezeigt wenn die Bildunterdrückung des Mail-Clients deaktiviert wurde. Fordern Sie, im Idealfall direkt im Newsletter-Anmeldeprozess, Ihre Empfänger auf die eigene Absender-Adresse in das persönliche Adressbuch zu übernehmen. Bei vielen E-Mail-Clients werden Bilder bei bekannten Absendern standardmäßig nicht mehr unterdrückt.

Fazit

Animierte GIFs eignen sich hervorragend um Produkte im Newsletter gekonnt in Szene zu setzen. Sie schaffen zusätzlichen Platz ohne das Mailing unnötig in die Länge zu ziehen. Außerdem können Sie gezielt den Blickverlauf lenken und durch Animationen die Call-to-Actions im Mailing hervorheben. Aber sie sind keine Allzweckwaffe. Beachten Sie bei der Verwendung von animierten GIFs in Ihrem Newsletter unsere Praxistipps und testen Sie selbst mittels A/B-Split-Tests wie bewegte Newsletter bei Ihren Empfängern ankommen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit animierten GIFs in Ihren Mailings gesammelt? Wir freuen uns über Ihr Feedback in den Kommentaren.

Über den Autor

Roman Schiffelholz

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